Altbau Esszimmer vorher – nachher: Wie zwei IKEA-Hacks mit Dunkelgrün und Messing einen ganzen Raum verwandelt haben
Manchmal sind es nicht die großen Renovierungen, die einen Raum verändern, sondern die Entscheidungen, die man lange vor sich herschiebt. Bei uns war es das Esszimmer. Eine weiße Theke aus Billy Schränken von IKEA und ein alter Vitrinenschrank, ebnefalls ein Billy, der zwar funktional war, aber aussah, als hätte er sich selbst aufgegeben. Beide Möbel hatten eines gemeinsam: Sie stahlen dem Raum jede Wärme.
Was wir daraus gemacht haben, hat uns am Ende weniger als 100 Euro gekostet.
Der Ausgangspunkt
Wer einen Altbau hat, kennt das Dilemma. Die Räume haben oft wunderschöne Substanz. Hohe Decken, große Fenster, alte Dielen, aber das Mobiliar hält da nicht immer mit. Bei uns war die Küchentheke das größte Problem. Von unserem Esszimmer aus sah man direkt auf weiße IKEA Billy-Schränke mit Oxberg Fronten, dahinter eine weiße Küche und weiße Wände. Das wirkte nicht hell und freundlich, sondern steril. Mein Mann hat es irgendwann auf den Punkt gebracht: Es sehe aus wie eine Zahnarztpraxis und er hatte recht.

Gegenüber stand ein Vitrinenschrank, oben mit Glastüren und unten geschlossen. Zwar bot er viel Stauraum, aber optisch trug er nichts zum Raum bei. Man sah ihm sofort an, was er war: Ein günstiger Schrank ohne Geschichte.
Die Lösung war Farbe und zwar dieselbe Farbe für beide Möbel, damit der Raum zusammenwächst. Warum wir uns für dunkelgrün entschieden haben und wie sich diese Farbe durch unsere gesamte Wohnung zieht, habe ich in diesem Artikel ausführlich beschrieben.
Die Küchentheke

Die Billy-Schränke mit Oxberg-Fronten habe ich gründlich vorbereitet und dreimal gestrichen, mit ausreichend Trockenzeit zwischen den Schichten. Wie genau das funktioniert und worauf man beim Streichen von IKEA-Möbeln unbedingt achten muss, habe ich hier Schritt für Schritt beschrieben.
Den Abschluss machten goldene Messinggriffe. Diese eine kleine Veränderung hat die Wirkung noch einmal deutlich verstärkt. Wer von unserem Esszimmer aus auf die Theke schaut, sieht heute nicht mehr eine weiße Wand aus Schränken, sondern einen echten Mittelpunkt des Raumes. Warm und mit einer Tiefe, die vorher vollständig fehlte. Einen weiteren Schritt sind wir noch gegangen. Die Wand hinter den Küchenschränken haben wir in einem warmen Beige-Sandton gestrichen. Was vorher ein Meer aus Weiß war – weiße Wände, weiße Hängeschränke, weiße Theke – wirkt seitdem deutlich wärmer und wohnlicher.

Der Vitrinenschrank

Beim Vitrinenschrank haben wir einen Schritt weiter gedacht. Streichen alleine wäre schön gewesen, aber wir wollten mehr. Also haben wir auf die unteren, geschlossenen Türen einfach dünne Holzleisten aufgeklebt, die wir bei Hornbach gekauft haben und selbst auf Gehrung zugeschnitten haben.
Das klingt nach mehr Aufwand als es ist. Wenn man einmal verstanden hat, wie Gehrungsschnitte funktionieren, geht das erstaunlich schnell. Die Leisten haben wir mit Holzleim befestigt und anschließend alles gemeinsam in dunkelgrün gestrichen.
Das Ergebnis ist ein Schrank, der heute wie ein individuell gefertigtes Möbelstück aussieht. Kein Gast, der bei uns zu Besuch ist, erkennt, was dahintersteckt. Und das Schönste daran ist eigentlich, dass man für diesen Effekt wirklich nicht viel braucht. Ein bisschen Geduld, die richtigen Materialien und die Bereitschaft, etwas auszuprobieren.
Das gesamte Projekt hat uns etwa drei bis vier Tage gekostet, inklusive der Trocknungszeiten.
Das Ergebnis
Wenn ich heute vom Wohnzimmer aus in Richtung Küche schaue, sehe ich einen Raum, der sich zusammengehörig anfühlt. Das Dunkelgrün der Theke und des Schranks verbindet die beiden Seiten des Esszimmers, das Messing setzt warme Akzente und das helle Holz des Tisches hält alles in Balance. Für zwei transformierte Möbelstücke und eine neu gestrichene Wand haben wir am Ende weniger als 100 Euro ausgegeben. Manchmal braucht ein Raum keinen Handwerker und kein großes Budget. Manchmal braucht es nur jemanden, der bereit ist anzufangen.


