Wie ein ganz normaler IKEA Billy mit Farbe und Zierleisten zum Lieblingsmöbel wurde
Es gibt Möbelstücke die man kauft, weil man sie braucht. Und dann gibt es Möbelstücke die man liebt. Unser Billy-Schrank hat über die Jahre den Weg vom Ersten ins Zweite gemacht. Nicht durch einen Neukauf, sondern durch Farbe, ein bisschen Handwerk und den Mut zu einer Entscheidung, die sich im Nachhinein als eine der besten herausgestellt hat.
Dabei war der Ausgangspunkt denkbar unspektakulär. Ein ganz normaler weißer IKEA Billy mit Oxberg-Fronten. Funktional, praktisch und vollkommen ohne Persönlichkeit.
Warum ich ihn gestrichen habe
Ich hatte ihn mir irgendwann lange genug angeschaut und gedacht: Der sieht aus, als hätte er sich selbst aufgegeben. Weiß, glatt, gesichtslos. In unserem Esszimmer stand er an einer Wand und zog keinerlei Blicke auf sich. Was eigentlich kein Lob ist, sondern bedeutet, dass er einfach da war. Ohne etwas beizutragen.
Der Plan war überschaubar: Farbe, Zierleisten aus Holz auf die unteren Türen, eine dünne Furnierplatte für die Rückwand und Messinggriffe. Die Investition in Material war gering, die Wirkung am Ende war es nicht.
Das Material – was ihr braucht
Damit ihr direkt loslegen könnt, hier alles, was ich verwendet habe:
- Schleifpapier, 180er oder 200er Körnung
- Kreppband zum Abkleben der Glastüren
- 2-in-1 Buntlack in Dunkelgrün und eine Farbrolle
- Holzzierleisten vom Baumarkt
- Holzleim – ich empfehle Ponal Fix & Fest, hält auch an senkrechten Flächen ohne Anpressen
- dünne Furnierplatte für die Rückwand
- Doppelseitiges Klebeband für die Rückwand
- Messinggriffe
So bin ich vorgegangen
Schritt 1 – Schleifen
Das ist der entscheidende Schritt und gleichzeitig der unbeliebteste. Aber wer ihn überspringt wird es bereuen. Bei beschichteten IKEA-Oberflächen haftet Farbe ohne Vorbehandlung einfach nicht dauerhaft. Ich habe alles gründlich angeschliffen und danach den Staub sorgfältig entfernt.
Schritt 2 – Abkleben
Die Glastüren habe ich großzügig mit Kreppband abgeklebt. Lieber etwas mehr als zu wenig – Farbe auf Glas ist mühsam zu entfernen.
Schritt 3 – Zierleisten
Die Holzzierleisten habe ich auf die gewünschte Größe zugeschnitten – auf Gehrung, damit die Ecken sauber zusammenpassen und mit Holzleim direkt auf die unteren Schranktüren geklebt. Gut trocknen lassen bevor es weitergeht.

Schritt 4 – Streichen
Den Buntlack habe ich mit einer Farbrolle aufgetragen, zwei bis dreimal, mit ausreichend Trockenzeit zwischen den Schichten. Nach dem ersten Anstrich habe ich noch einmal leicht nachgeschliffen – das gibt am Ende eine schöne gleichmäßige Oberfläche.
Schritt 5 – Rückwand
Die Furnierplatte für die Rückwand habe ich zugeschnitten, geölt und mit doppelseitigem Klebeband befestigt. Ich habe hier Echtholzfurnier aus Eiche verwendet.

Schritt 6 – Griffe
Die Messinggriffe kamen ganz zum Schluss. Anschrauben und fertig. Und genau diese kleinen Knöpfe in Gold machen einen Unterschied der unverhältnismäßig groß ist für so einen simplen Handgriff.
Was der Schrank heute ist
Wer heute in unser Esszimmer kommt und den Schrank sieht, fragt nicht nach IKEA. Er fragt, was das für ein schönes Möbelstück ist. Das Waldgrün, die Zierleisten, das warme Holz der Rückwand und die Griffe wirken zusammen wie etwas das man kaufen kann, aber nicht so einfach findet. Und genau das ist für mich das Schönste an diesem Projekt. Nicht, dass es günstig war, sondern dass es zeigt was möglich ist, wenn man einem Möbelstück eine zweite Chance gibt.

Habt ihr auch ein Möbelstück, das auf seine Verwandlung wartet? Ich freue mich über eure Kommentare.


