Kleiner Nordbalkon mit weißen Schalenstühlen, brennender Bioethanol-Fackel und Wldblick in der Abenddämmerung
Unser Zuhause

Kleinen Balkon gestalten – wie wir aus zwei Mini-Balkonen echte Lieblingsplätze gemacht haben

Wer einen kleinen Balkon hat, kennt das Dilemma. Man möchte draußen sitzen, aber kaum hat man einen Tisch und zwei Stühle hingestellt, ist der Platz weg. Wir haben zwei Balkone – beide klein, beide mit völlig unterschiedlichen Herausforderungen. Und beide haben wir komplett neu gestaltet.

Was uns dabei geholfen hat: Nicht mehr draufzustellen, sondern besser auszuwählen.

Der Schlafzimmerbalkon – Nordseite, Waldblick, Abendsonne

Seitlicher Blick auf den Schlafzimmerbalkon. Weiße Schalenstühle mit Holzbeinen, runder Bistrotisch in Anthrazit mit brennender Bioethanol-Tischfackel und zwei Rosé-Gläsern. Weiße Blumenkästen mit Begonien. Im Hintergrund dichter Waldblick in der Abenddämmerung.

Bevor wir überhaupt an Gestaltung denken konnten, musste mein Mann handwerklich ran. Das Wasser hatte jahrelang Ablaufprobleme. Also hat er selbst Beton gegossen und das Gefälle neu angelegt. Erst danach haben wir WPC-Fliesen verlegt, im selben Ton wie auf dem zweiten Balkon, damit beide trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere zusammenpassen.

Das weiße Geländer haben wir gereinigt und mit Balkonfarbe neu gestrichen. Weiß war dabei keine zufällige Wahl. Wer unsere Wohnung kennt, weiß, dass ein klarer Farbfaden durch alle Räume zieht. Wie Grün bei uns vom Esszimmer bis in die Küche alles verbindet, habe ich hier erzählt.

Nordbalkon – Einschränkung oder Geschenk?

Nordausrichtung klingt erstmal nach Problem. Kein direktes Sonnenlicht, wenig Wärme. Aber wer schon einmal bei 28 Grad auf einem vollsonnigen Südbalkon gesessen hat, weiß: Schatten kann ein Geschenk sein. Unser Schlafzimmerbalkon ist abends der kühlste und ruhigste Platz im ganzen Haus.

Bei den Pflanzen habe ich mich bewusst für schattenverträgliche Sorten entschieden – Begonien in Creme und Orange, dazu Efeu und Grünlinge. Kein buntes Sommerleuchten, sondern etwas Ruhigeres, das zum Waldblick passt.

Ein runder Tisch und zwei Stühle – mehr braucht es nicht. Groß genug um zu zweit draußen zu frühstücken, klein genug um nicht zu überladen zu wirken.

Was wirklich auf einem Nordbalkon blüht

Begonien, Fleißiges Lieschen, Fuchsien, Elfenspiegel. Sonnenhungrige Pflanzen wie Geranien oder Lavendel werden hier nicht glücklich – das haben wir selbst ausprobiert.

Der Küchenbalkon – schmal, Ostseite, Klapptisch-Lösung

Schmaler Küchenbalkon von oben mit Klapptisch am Geländer und bunten Blumenkästen.

Unser zweiter Balkon geht von Küche und Esszimmer ab. Er ist nach Osten ausgerichtet, bekommt morgens und mittags schöne Sonne. Und er ist schmal und ist so schmal, dass noch nicht einmal ein kleiner viereckiger Tisch Platz findet.

Auch hier war der erste Schritt der Boden. WPC-Fliesen in Holzoptik, wetterbeständig, farbstabil und sie verwandeln einen nackten Betonboden sofort in etwas Einladendes. Das war die beste Investition bei beiden Balkonen.

Die Klapptisch-Lösung und warum wir sie nie mehr hergeben

Ein Klapptisch, der direkt am Geländer befestigt wird. Ausgeklappt ein vollständiger Essplatz für zwei, eingeklappt hängt er flach am Gelnder und stört überhaupt nicht. Dazu zwei IKEA Holzklappstühle, die sich bei Bedarf einfach zu Seite stellen lassen. Klingt simpel und das ist es auch. Aber es hat uns zwei Jahre gebraucht bis wir auf diese Lösung gekommen sind. Vorher haben wir uns mit einem zu großen Tisch herumgequält der den ganzen Balkon blockiert hat.

Die Blumenkästen sind bewusst bunt. Gelb, Orange, Lila, Weiß – eine Mischung, die gute Laune macht und den kleinen Balkon leuchten lässt. Und in einem der Kästen wächst Minze, weil ich sie zum Kochen liebe und und sie auf einem Ostbalkon wunderbar gedeiht.

Was an diesem Abend auf dem Tisch stand, war übrigens unser meistgekochtes Familienrezept. Schnelle Linguine mit karamellisierten Zwiebeln, Cabanossi und Crème fraîche. Das Rezept dazu findet ihr hier.

Kleiner Küchenbalkon mit Klapptisch, Pasta, Rosé im Abendlicht.

Was wir gelernt haben – fünf ehrliche Tipps für kleine Balkone

1. Der Boden macht den größten Unterschied. Noch vor Möbeln und Pflanzen. WPC-Fliesen in Holzoptik lassen sich einfach verlegen, sind robust und verwandeln einen rohen Betonboden sofort in etwas Einladendes. Das war bei beiden Balkonen der erste Schritt und der wirkungsvollste.

    2. Alles was verschwinden kann, ist Gold wert. Klappstühle, Klapptische, stapelbare Stühle. Was sich wegräumen lässt, gibt dem kleinen Raum seine Flexibilität zurück. Auf kleinen Balkonen ist das kein Kompromiss, sondern die smartere Wahl.

    3. Die Himmelsrichtung bestimmt die Bepflanzung. Sonnenhungrige Pflanzen auf einem Nordbalkon werden nicht glücklich, egal wie sehr man es versucht. Lieber schattenverträgliche Sorten wählen die wirklich gedeihen.

    4. Blumenkästen schaffen Privatsphäre. Üppig bepflanzte Kästen am Geländer geben dem Blick eine schöne Mitte und schaffen ein Gefühl von Abgeschlossenheit, ohne Wand, ohne Sichtschutz, ohne Aufwand.

    5. Licht am Abend verändert alles. Eine Lichterkette, eine Kerze, eine Bioethanol-Fackel – das ist der Moment wo ein kleiner Balkon aufhört eine Fläche zu sein und anfängt ein gemütlicher Ort zu werden.