Thailand in drei Wochen – eine Reise durch Tempel, Dschungel und türkisblaues Wasser
Drei Wochen, ein Land und eine Route die uns von der pulsierenden Hauptstadt Bangkok bis zu einer kleinen Insel im Süden geführt hat. Dazwischen uralte Tempelanlagen, ein Abstecher nach Kambodscha, Dschungel, ein Kochkurs und türkisblaues Wasser, das einen einfach nicht loslässt.
Thailand ist eines dieses Länder, die mehr zu bieten haben als man in drei Wochen sehen kann. Dieser Artikel ist kein Reiseführer. Er ist eine ehrliche Erzählung dessen, was wir erlebt haben und was uns bis heute in Erinnerung geblieben ist.
Bangkok – ankommen und staunen

Bangkok ist laut, bunt, chaotisch und wunderschön, und das alles gleichzeitig. Wer zum ersten Mal ankommt, braucht einen Moment um sich zu orientieren. Die Stadt hat ein eigenes Tempo, das man entweder liebt oder nicht – wir haben es geliebt.
Der Königspalast war für mich einer der beeindruckendsten Orte der gesamten Reise. Nicht weil er auf jeder Reiseführer-Liste steht, sondern weil er mich wirklich sprachlos gemacht hat. Die Detailarbeit, die Farben, das schiere Ausmaß, das ist etwas, das wir so noch nie auf unseren Reisen gesehen haben.



Chinatown war ein völlig anderes Erlebnis: Enger, lauter, mit dem Geruch von gebratenem Essen in der Luft und Händlern, wohin man schaut.


Kambodscha – Angkor
Von Bangkok aus haben wir einen Abstecher nach Siem Reap in Kambodscha gemacht – nur zwei Nächte, aber mit einem vollen Tag für Angkor. Und dieser eine Tag hat gereicht, um zu verstehen, warum Menschen aus aller Welt hierher reisen. Wir haben uns eine Rikscha mit Fahrer gebucht, der uns den ganzen Tag durch die weitläufige Tempelanlage gefahren hat. Man kommt an Orte, die man zu Fuß nie erreichen würde, hat dabei immer wieder Zeit, um sich jeden Tempel in Ruhe anzusehen.

Angkor Wat am Morgen anschauen… ja, das ist das Klischee. Jede Unterkunft empfiehlt euch, den Sonnenaufgang im Tempel von Angkor Wat „zu genießen“. Die Wahrheit ist leider: Schon auf den Zufahrtsstraßen zum Tempel wird man durch den Zustrom der Rikschas auf die bevorstehenden Menschenmassen vorbereitet. Tausende von Touristen versammeln sich um den Tempel, für das eine Bild mit Sonnenaufgang. Wir haben uns am Nachmittag noch einmal nach Angor Wat fahren lassen und konnten so in Ruhe den Tempel ansehen.
Was uns vielmehr beeindruckt hat als Angkor Wat selbst waren die anderen Tempel der Anlage. Ta Prohm, wo sich riesige Baumwurzeln durch die Mauern graben, als hätte die Natur den Tempel zurückgefordert und die vielen kleinen Heiligtümer, die man fast für sich alleine hatte.



Sukhothai – Tempel, Fahrräder und fast keine Touristen

Die alte Tempelanlage liegt etwas abseits der üblichen Touristenpfade. Da sie sehr weitläufig ist, erkundet man sie am Besten mit dem Fahrrad, das man direkt vor Ort für wenige Baht ausleihen kann.
Wir sind an einem Vormittag durch die Anlage gefahren und hatten das Gefühl, den Park fast für uns allein zu haben. Keine Menschenmassen, keine Selfie-Stangen, nur alte Tempel, Vögel und das leise Knirschen der Räder auf dem Weg. Es gibt Momente auf Reisen, die man nicht vergisst. Sukhothai bei Sonnenuntergang war einer davon.



Chiang Mai und der Norden
Wenn ich ehrlich bin, war Chiang Mai der Ort auf dieser Reise, der mich am Meisten überrascht hat. Ich hatte eine schöne Stadt erwartet, aber keine, die so viel zu bieten hat. Von hier aus haben wir ein Dschungeltrekking gebucht, ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde. Einen ganzen Tag durch den Dschungel laufen, umgeben von einer Vegetation, die man in dieser Form nicht kennt. Zum Mittag eine Pause, mit einem Essen aus Hühnchen, Reis auf Bananenblättern und offenem Obst. Das ist eine Erinnerung, die bleibt.
Der Kochkurs war ein völlig anderes, aber genauso unvergessliches Erlebnis. Morgens ging es mit unserer Köchin zum Einkaufen auf den Markt. Uns wurden alle fremden Kräuter und Gewürze erklärt. Danach fuhren wir weiter auf eine Farm, auf der Gemüse und Kräuter direkt angebaut wurden und schließlich haben wir dort traditionelle, thailändische Gerichte gekocht.
Der Nachtmarkt am Abend war der perfekte Abschluss für unsere Tage in Chiang Mai – bunt, laut, mit Essen und Handwerk aus allen Teilen Nordthailands.



Khao Sok Nationalpark – Stille und Urwald

Nach dem lebhaften Chiang Mai war der Khao Sok Nationalpark ein willkommener Kontrast. Dichter Regenwald, der smaragdgrüne Cheow Lan See und eine Stille, die man in Städten einfach nicht findet.
Mit einem Longtailboot sind wir in die beeindruckende Landschaft aus unberührtem Urwald und hoch aufragenden Karstformationen aus Kalkstein eingetaucht. Wer Thailand nur mit Stränden und Tempeln verbindet, unterschätzt wie außergewöhnlich die Natur dieses Landes ist. Der Khao Sok hat uns gezeigt, wie viel Thailand noch zu bieten hat jenseits der bekannten Reiseziele.

Koh Yao Yai und die Phang Nga Bucht

Koh Yao Yai war unsere letzte Station. Die Insel ist noch immer relativ unbekannt, keine Partys, keine überfüllten Strände und keine Hotelbunker. Stattdessen übernachteten wir in einem kleinen Hotel direkt am Strand, liehen uns einen Roller, um die Insel zu erkunden und unternahmen eine Bootstour durch die Phang Nga Bucht, die uns zu den Felsformationen geführt hat, die aus dem türkisblauen Wasser ragten
Ich bin nicht der Typ für reinen Strandurlaub – wer mich kennt weiß das. Aber Koh Yao Yai hat mir gezeigt, dass es einen Mittelweg gibt: Eine Insel, die man aktiv erkundet, ohne dabei auf Entspannung zu verzichten.



Was bleibt
Thailand ist ein Land, das einen nicht loslässt. Nicht wegen eines einzelnen Highlights, sondern wegen der Summe aus allem. Die goldenen Tempel in Bangkok, das Fahrrad durch Sukhothai, das Essen im Dschungel, der Blick über die Phang Nga Bucht. Wir waren im Januar dort. Die Trockenzeit im Norden und warme Temperaturen im Süden war für uns der perfekte Reisezeitraum.
Wer drei Wochen Zeit hat und bereit ist, sich treiben zu lassen, wird mit einer Reise belohnt, die sich anfühlt wie mehrere Reisen in einer.
