Unsere Altbau-Küche: Zehn Jahre Provisorium, eine Renovierung und das beste DIY, das wir je gemacht haben
Manche Räume werden zu Lieblingen, ohne dass man es geplant hat. Unsere Küche war so ein Raum.
Als wir zwei Wohnungen zusammengelegt haben, entstand in der Mitte des neuen Grundrisses ein Raum, der zur Küche werden sollte. Was dort stand, waren alte, billige Küchenschränke in abgenutzter Holzoptik. Nicht schön, aber schon vorhanden. Mein Plan war pragmatisch und eigentlich nur als Zwischenlösung gedacht: Schränke weiß streichen, neue Arbeitsplatte drauf und in zwei, drei Jahren dann irgendwann eine richtige neue Küche.
Was ich nicht eingeplant hatte: dass mir diese Küche wirklich gefallen würde. Die weiß gestrichenen Schränke, die gestreifte Tapete dahinter, das Licht, das morgens durch die Balkontür fiel… aus dem Provisorium wurde über die Jahre mein liebster Raum in der ganzen Wohnung. Und irgendwie war mir das immer auch ein Zeichen, dass man nicht gleich alles neu kaufen muss, um sich wohlzufühlen.
Dann kamen zehn Jahre. Die Farbe hielt, kein einziger abgeplatzter Zentimeter und mit der Zeit, fast unmerklich, verschob sich mein Gefühl. Nicht, weil die Küche schlecht geworden wäre, sondern weil wir uns verändert hatten. Wir wünschten uns Schubladen statt Schranktüren. Wir mochten den Shakerstil mit den Kassettenfronten, der uns schon eine Weile begleitet hatte. Und wir wollten einfach nach zehn Jahren etwas Neues.
Die Entscheidung für IKEA Axstad

Wir haben uns lange umgeschaut und sind bei IKEA gelandet. Ein Grund, warum wir uns für IKEA entschieden haben, sind die austauschbaren Fronten. Man kann sie wechseln, ohne die gesamte Küche ersetzen zu müssen. Das ist ein echter Vorteil gegenüber Küchen, bei denen Korpus und Front untrennbar verbunden sind und macht eine Renovierung deutlich zugänglicher. Unsere Wahl fiel auf die Axstad Fronten, da uns der Stil sehr gefällt. Das Dunkelgrün der Küchentheke, das du vielleicht schon aus dem Esszimmer Artikel kennst, war dabei die erste Inspiration. Diese leichte Landhaus- oder Shakerfronten-Optik, die weder altmodisch, noch steril wirkt. Schlichte Rahmenfronten, klare Linien, aber mit Wärme. Dazu haben wir eine neue Arbeitsplatte und goldfarbene Griffe gewählt. Dass wir jetzt endlich Schubladen haben, klingt vielleicht banal, aber wer einmal aus einer Küche mit ausschließlich Schranktüren in eine mit Schubladen gewechselt hat, versteht, warum das ein echter Gewinn im Alltag ist.
Farbe als Entscheidung – warm statt weiß
Eine neue Küche komplett in Weiß zu halten hätte funktioniert, aber wir wollten keinen sterilen Raum, sondern einen warmen. Die grün-weiß gestreifte Tapete an der Wand haben wir zunächst weiß und zum Schluss in einem warmen Sandbeige überstrichen. Dieser Farbton hat unsere Küche sofort weicher und wohnlicher gemacht.
Ich hatte auch über Fronten in Holzoptik nachgedacht. Der warme Holzton hätte mir gut gefallen, aber letztendlich habe ich mich dagegen entschieden. Mit zwei kleinen Kindern wollte ich nicht ständig an die Pflege denken und ich hatte Bedenken, ob Holz in der offenen Wohnküche zu dunkel wirkt. Vielleicht irgendwann, die Fronten lassen sich zum Glück relativ leicht und schnell austauschen.
Das absolute Highlight: Unsere selbst gebaute Dunstabzugshaube
Wenn ich ehrlich bin, ist es dieses eine Element, das die Küche erst wirklich komplett gemacht hat. Nicht die neuen Fronten, nicht die goldenen Griffe, sondern die Verkleidung unserer Dunstabzugshaube, die mein Mann selbst gebaut hat.

In unserer offenen Wohnküche schaut man vom Esszimmer direkt in die Küche und damit unweigerlich auf die Dunstabzugshaube. Ich habe diesen Anblick immer als störend empfunden. Eine technische Notwendigkeit, die optisch einfach nie passte. Also haben wir sie verschwinden lassen. Zunächst habe ich eine Schablone aus Pappe gebaut, um die Form und Proportionen auszuprobieren. Daraufhin haben wir den Korpus aus Tischlerplatten gebaut, gestrichen und unten ein Stück Laminat in Holzoptik aufgesetzt. Für mich sieht das Ergebnis aus, wie eine eingebaute Haubenverkleidung, wie man sie aus amerikanischen Küchen kennt. Warm, handwerklich und mit Charakter. Wie wir die Haube Schritt für Schritt gebaut haben, mit allen Maßen, Materialien und Kosten könnt ihr hier lesen.
Damit Weiß nicht kalt wird – unsere kleinen Tricks

Eine weiße Küche kann wunderschön sein. Sie kann aber auch sehr schnell steril wirken, wenn man nicht aufpasst. Ein paar Details haben bei uns den Unterschied gemacht.
Die Deckplatte der Küchentheke haben wir ebenfalls in einem warmen Beige gestrichen, das dieselbe Tonalität hat wie unsere Wandfarbe. So zieht sich der warme Farbton durch den Raum, ohne auf eine weitere weiße Fläche zu schauen.
An der Wand hängt ein kleines Holzregal im selben Grünton wie die Küchentheke im Esszimmer – das Dunkelgrün, das sich wie ein roter Faden durch unsere ganze Wohnung zieht. Daneben kleine Holzrahmen mit schlichten Kräuter-Illustrationen, die ich selbst zusammengestellt habe. Ansonsten Holzbretter, Goldakzente, ein Schneidebrett, das auch dekorativ wirkt.

Und dann ist da noch der Küchenläufer in demselben Grünton wie das Regal und die Küchentheke, mit einem leichten Vintage-Muster. Er verbindet die Farben des Raumes und macht aus einer Durchgangszone einen Ort, an dem man sich gerne aufhält.

Was die Küche jetzt ist
Sie ist hell, weil das Licht durch die Balkontür fällt. Sie ist warm, weil die sandfarbene Wand dem Weiß der Fronten etwas von seiner Kühle nimmt. Und sie macht mich jeden Tag froh, was am Ende das Einzige ist, das wirklich zählt.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel enthält unbezahlte Erwähnungen von Produkten und Marken, die ich selbst gekauft und bezahlt habe. Alle Empfehlungen basieren auf meiner persönlichen Erfahrung.


